Inspiriert von eigenen Erfahrungen als Taucherin erschaffe ich Skulpturen, die sich mit Daseinsformen in der Wasserwelt auseinandersetzen. Besonders die einfachen, mikroskopisch kleinen Lebewesen verfügen oftmals über eine ausgeprägte Selbstorganisation und komplexe Überlebensstrategien. 

Im Genesis-Zyklus beschäftige ich mich mit Kleinstlebewesen wie Plankton, Einzeller, Bakterien, Viren etc. im Element Wasser. Dabei unternehme ich eine Gratwanderung zwischen Bekanntem und Unbekanntem und rege den Betrachter zum kritischen Hinterfragen von Daseinsformen an.

So ist z.B. die Form eines Strahlentierchens Grundlage für eine meiner großen Skulpturen, die den Menschen körperlich weit überragt und zu einem ebenbürtigen Gegenüber wird. Durch diese Überhöhung zolle ich den einfachen Lebenwesen einen großen Respekt und mache sie für jedermann sichtbar.

Ich setze dafür Materialien ein, die in der Bildhauerei eher selten verwendet werden: natürliche Materialien wie Bambus kombiniere ich mit industriell gefertigten Erzeugnissen. Diese Verschmelzung inspiriert mich, eine Symbiose zwischen Existenz und Fiktion zu kreieren.

Bei einigen Skulpturen arbeite ich mit Kupferdraht, der die allem Organischen zugrunde liegende kontinuierliche Veränderung symbolisiert: die Metallwolle oxidiert. Bewusst lasse ich mich dabei auf die nicht planbaren chemischen Reaktionen dieses Materials ein und integriere diese Unwägbarkeiten als naturgewollte Gegebenheiten in den künstlerischen Prozess. Die Skulpturen bekommen dadurch etwas wesenhaftes und werden zu Objekten, die bis zu einem gewissen Grad ein Eigenleben führen. Sie laden den Betrachter zu immer neuen Perspektivwechseln ein.

 

 

Inspired by my own experiences as a diver, I create sculptures that deal with forms of existence in the water world. Especially the simple, microscopically small creatures often have a pronounced self-organisation and complex survival strategies. 

In the Genesis cycle, I deal with organisms such as plankton, protozoa, bacteria, viruses, etc. in the element water. In doing so, I undertake a tightrope walk between acquaintances and unknowns and encourage the viewer to critically question forms of existence.

Thus, for example, the form of a radiating animal is the basis for one of my large sculptures, which physically towers above humans and becomes an equal counterpart. Through this exaggeration I pay great respect to the simple living beings and make them visible to everyone.

I use materials that are rarely used in sculpture: natural materials such as bamboo combine with industrially manufactured products. This fusion inspires me to create a symbiosis between existence and fiction.

In some sculptures I work with copper wire, which symbolizes the continuous change underlying all organic: the metal wool oxidizes. I consciously allow myself to be involved in the chemical reactions of this material that cannot be planned and integrate these imponderables into the artistic process as naturally intended conditions. The sculptures thus acquire something essential and become objects that lead a life of their own to a certain degree. They invite the viewer to constantly change perspectives.